final report

Kurzbeschreibung des Unternehmens

CHIP Online ist ein in München ansässiges Unternehmen des Verlagshauses „Hubert Burda Media“. Ursprünglich wurde es als Online-Zweig der Computerzeitschrift CHIP aufgebaut. Die Firmen haben sich inzwischen aufgeteilt und arbeiten größtenteils unabhängig voneinander. Im Gegensatz zum Magazin, dessen Auflagenzahl kontinuierlich zurückgeht, verzeichnet CHIP Online einen organischen Wachstumstrend. Dieser betrifft sowohl die Umsätze als auch die Reichweite des Mediums. Im Ranking der deutschen AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung) ist es unter den Top Ten gereiht.

Als größtes IT-Newsportal Deutschlands deckt CHIP Online journalistisch vor allem jene Themen ab, die in die Bereiche Computer, Internet und Mobilfunk fallen. Im Gegensatz zu Web-Medien wie heise.de oder winfuture.de, deren Hauptzielgruppe IT-Fachleute sind, möchte CHIP Online aber die breite Masse ansprechen. Aus diesem Grund ist das Medium eher boulevardesk, sowohl was die Themenauswahl als auch die Umsetzung von Geschichten anbelangt. Es gibt allerdings auch eine eigene Sektion „Business-News“, deren Artikel eine gute Ergänzung zu den ansonsten eher bunten Storys bilden.

Strukturell ist das Unternehmen in mehrere Sparten (Produktmanagement, Sales, Technik, etc.) aufgeteilt. Das Herzstück ist allerdings die Redaktion. Diese lässt sich grob in die Ressorts News, Praxistests, Soft- und Hardware unterteilen, die sich wiederum in ein paar kleinere Abteilungen gliedern. Ich habe mein Praktikum in der größten Abteilung des Software-Ressorts absolviert: dem Download-Bereich. Dieser hatte im Jahr 2011 die höchste Zahl an Personal Impressions, sprich Klicks, vorzuweisen.

Aufgaben im Überblick

Meine Hauptaufgabe im Rahmen des Praktikums war das kritische Testen und Beschreiben von Windows-Tools und Handy-Apps. Aus diesen erstellte ich auch oft umfangreiche Themen-Specials, zum Beispiel zu Anlässen wie dem Oktoberfest, Halloween oder Weihnachten. Die Umsetzung dieser Specials war meist mit großem Rechercheaufwand verbunden. Ich musste nicht nur die bestehende CHIP-Datenbank nach geeigneten Tools durchforsten, sondern auch eine gewisse Anzahl interessanter neuer Downloads finden und diese in die Datenbank einbauen. Außerdem musste ich zu jedem Special eine Bilderstrecke anlegen sowie eine eigene News dazu schreiben.

Abgesehen davon durfte ich zahlreiche Wochenend-News schreiben. Hier lag der Fokus klar auf dem Thema Downloads, wobei es mir von Zeit zu Zeit gestattet wurde, einen Ausflug in etwas weiter gefasste Gebiete (Software, IT-Branche allgemein, etc) zu machen. Ein paar größere Artikel durfte ich ebenfalls vorbereiten und verfassen. Meine umfangreichsten und thematisch besten Geschichten schafften es sogar mit einem Teaser auf die Homepage, das bedeutet, sie wurden zur virtuellen Coverstory. Meistens durfte ich diesen Teaser sogar selbst anlegen. Diese Aufgaben empfand ich als besondere Herausforderung, weshalb sie mir die meiste Freude machten.

Das Aktualisieren bereits eingebauter Handy-Apps und Downloads war ebenfalls eine Tätigkeit, die ich regelmäßig, sprich täglich, zu erledigen hatte. Glücklicherweise machte das nur einen kleinen Teil meiner Arbeit aus. Das ständige Suchen und Vorschlagen von aktuellen Software-Themen war dagegen ein integraler Bestandteil meines Praktikums. Ich musste jeden Morgen die IT-Medienlandschaft nach interessanten Nachrichten durchforsten und meine Favoriten an meine Vorgesetzten weiterleiten. Bei der Freitagskonferenz, in deren Rahmen jeder seine umfangreicheren Story-Vorschläge vorstellt, musste ich auch immer einiges an Input liefern.

Produktivität in Zahlen:

Während meines Praktikums habe ich ca. 150 E-Mails verschickt, die mehr als 350 Newsvorschläge enthielten. Darüber hinaus habe ich auch jede Menge Fotostrecken gebaut, Kritiken zu Downloads und Web-Apps geschrieben sowie Artikel und News verfasst. Das folgende Diagramm gibt Ihnen einen Überblick über meine Leistungen:

Über die Tätigkeit

1.     Positive Erfahrungen und angeeignete Kompetenzen

Mein persönliches Hauptziel war es, endlich zu lernen, wie man selbst unter größtem Zeitdruck brauchbare Storys schreiben kann. Dieses Ziel kann ich nun als erreicht betrachten. Doch nicht nur dem Aneignen eines höheren Arbeitstempos galt mein Bestreben: Ich habe mir auch vorgenommen, möglichst viele eigene Geschichten zu produzieren. Wie Sie den statistischen Aufstellungen im oberen Diagramm entnehmen können, ist mir auch das gelungen.

Ebenso wichtig war es für mich, den Erfolg meiner Geschichten anhand konkreter Werte ermitteln zu können. Glücklicherweise bekommt man nirgendwo anders derart umfangreiches und detailliertes Feedback als im Online-Journalismus. An vier Parametern konnte ich ablesen, ob eine News gut oder schlecht gelaufen ist:

  • Facebook- und Google Plus-Empfehlungen
  • Community-Kommentare
  • Anzahl der Klicks
  • Verweildauer auf einem Artikel

Bei den PC-Downloads, Handy- und Web-Apps kamen noch zwei weitere, für jedermann ersichtliche Indikatoren dazu:

  • Anzahl der Web-App-Aufrufe/Downloads
  • User-Bewertungen (Daumen hoch, Daumen runter)

Das Praktikum hat mir auch sehr dabei geholfen, ein effizienteres Zeitmanagement zu entwickeln. Zu Anfang fühlte ich mich fast ein wenig erschlagen von all den Aufgaben, die ich parallel zu erledigen hatte. Dies änderte sich aber ziemlich rasch und ich bekam Routine beim Organisieren meiner Tätigkeit. Außerdem habe ich ein weitaus besseres Gespür für Themen und Nachrichten in der IT-Branche entwickelt. In den ersten beiden Monaten meines Praktikums fiel es mir schwer, mich in der gewaltigen Auswahl zurechtzufinden. Ab Oktober konnte ich aber schon ganz gut zwischen relevanten und irrelevanten Newsthemen unterscheiden. Auch was die Schreibarbeit anbelangt, habe ich meiner Ansicht nach einige Fortschritte erzielt. Da ich vor allem mit dem Verfassen von Kritiken für Downloads, Web- und Handy-Apps beschäftigt war, habe ich gelernt, das Wesentliche schneller zu erfassen und die Pros und Contras herauszufiltern.

Darüber hinaus wurde mir die Wichtigkeit von SEO-optimiertem Schreiben im Online-Journalismus bewusst. Dieses Prinzip behindert zwar die kreative Entfaltung, allerdings gleicht es dieses Manko durch seinen hohen Nutzwert wieder aus: Wenn man sich des SEO-optimierten Schreibstils bedient, werden Artikel zu viel gesuchten Themen schneller und leichter gefunden. Das bedeutet wiederum, dass die Leser nicht ewig suchen müssen, um die für sie relevanten Informationen zu finden. Glücklicherweise hatte ich einen geduldigen und engagierten Chefredakteur, der mir einige bedeutende Kniffe erklärte. Die wichtigsten davon habe ich in der folgenden Liste zusammengefasst:

  • Einsatz des SEO-Tools „Google AdWords“, um oft gesuchte Wortfolgen zu eruieren
  • Häufiges Einflechten dieser Wortfolgen in den Text, nicht zu knapp hintereinander
  • Links auf Beiträge zu ähnlichen Themen setzen, um deren Pagerank zu erhöhen
  • Bestehende Artikel kopieren und das Original umschreiben. So behält man den guten Pagerank, ohne für Suchmaschinen relevante Inhalte zu verlieren.

2.     Negative Erfahrungen und Kritikpunkte

Leider scheint in der Download-Abteilung, in der ich mein Praktikum absolviert habe, Quantität mehr zu zählen als Qualität. Ich sah mich ständig dem Druck ausgesetzt, schnellstmöglich viele verschiedene Downloadbeschreibungen, Artikel und News zu verfassen. Da ich oft mehrere Geschichten gleichzeitig auf dem Tisch hatte, die rasch fertig werden mussten, konnte ich selten ausführliche Hintergrundrecherche betreiben.

Stressbedingt musste ich mich beim Schreiben meiner Texte häufig auf wenige Stilmittel beschränken sowie auf schwache Phrasen zurückgreifen. Zwar war ich beim Schreiben meiner Texte nicht an strikte Vorgaben gebunden (Ausnahme: SEO-Themen). Allerdings war es mir aufgrund des akuten Zeitmangels nur selten möglich, etwas Neues auszuprobieren. Überdies war ich bei meiner Arbeit auf drei Textgattungen, nämlich die Kritik, die Nachricht und den Artikel, beschränkt. Das heißt, ich konnte leider nie ein Interview führen oder mich an einer Reportage oder einem Porträt versuchen.

Der Fokus bei CHIP Online liegt klar auf den Kriterien „Vielfalt“, „Nutzwert“ und „Aktualität“. Diesen haben sich Punkte wie sprachliche Brillanz und ausführliche Recherche unterzuordnen. Ein Beleg dafür ist, dass die Hauptarbeit eines Download-Redakteurs das tägliche Updaten bestehender Downloads und Handy-Apps ist. Diese Tätigkeit ist zeitraubend, lästig, monoton und oberflächlich, weshalb man keinen Journalisten dafür benötigt. Hauptaufgabe eines Redakteurs sollte es sein, nach coolen, neuen Tools zu suchen, diese zu testen und eine fachlich fundierte Einschätzung dazu zu verfassen.

Soziale Einbindung in das Team

Das Team von CHIP Online hat mich von Anfang an sehr nett aufgenommen. Stets bekam ich fachlichen Rat von meinen kompetenten Vorgesetzten und abseits der Arbeit gab es zahlreiche gemeinsame Unternehmungen mit Kollegen. Ich hätte mir keine bessere soziale Einbindung wünschen können. Außerdem hatte ich nie das Gefühl, ausgenutzt zu werden. Ich wurde stark ge-, aber nicht überfordert und bekam viel Lob für meine Leistungen. Darüber hinaus genoss ich einige Privilegien (Einladungen, Boni), die normalerweise nur Festangestellten zustehen. Sollte ich in späterer Folge in einem Unternehmen tätig sein, in dem das Betriebsklima nur annähernd so gut ist wie bei CHIP Online, kann ich mich glücklich schätzen.

Ansprechpersonen im Unternehmen

Ich hatte während meiner Zeit mehrere Ansprechpartner auf verschiedenen hierarchischen Ebenen. Zu Anfang meines Praktikums war der Volontär Martin Müller mein Vorgesetzter. Dessen Chefin war die bis vor kurzem in der Download-Abteilung tätige Redakteurin Beate Kipphardt. Mit ihr habe ich in meinen ersten beiden Praktikumsmonaten ebenfalls sehr eng zusammengearbeitet. Ab Oktober wurde ich dann nach und nach direkt Michael Humpa, dem Teamleiter der Download-Abteilung, unterstellt. Diese drei Personen blieben die gesamte Zeit hindurch meine wichtigsten Ansprechpartner im Unternehmen. Ich konnte mich allerdings auch jederzeit an den Chefredakteur des Software-Ressorts, Martin Gollwitzer, wenden.

Selbsteinschätzung

Im Abschlussgespräch sagten meine Vorgesetzten, dass ich mich vor allem durch einen lebendigen Schreibstil, überdurchschnittlichen Arbeitseifer sowie eine hohe Sozialkompetenz auszeichnen würde. Bis zu einem gewissen Grad teile ich diese Einschätzung. So stimmt es, dass ich immer motiviert und gewissenhaft an meine Aufgaben heranging und versuchte, etwas Brauchbares daraus zu machen. Auch war ich dank meiner schnellen Auffassungsgabe dazu in der Lage, Trends zu erkennen und aufzugreifen. Was jedoch eingehende Recherche und die selbständige Themenfindung anbelangt, weise ich meines Erachtens noch Defizite auf. Ebenso bin ich mir darüber im Klaren, dass sich mein Schreibstil erst am Anfang einer noch langen Entwicklung befindet. Gewiss muss ich meinen Blick aufs Wesentliche noch schärfen und in punkto Networking bedarf es ebenfalls noch einiger Fortschritte, bevor ich mich am Ziel wähnen darf.

Resümee

Meine Tätigkeit empfand ich im Großen und Ganzen als spannend und abwechslungsreich, da ich ständig Neues entdecken und ausprobieren konnte. Da ich immer mehrere Aufgaben gleichzeitig auf dem Tisch hatte, war ich auch bestens ausgelastet. Erwartungsgemäß war ich in der Download-Abteilung ziemlich eingeschränkt, was die Themenauswahl betrifft. Ich musste stets Geschichten finden, die sich um Tools, Handy-Apps oder Internet-Anwendungen drehten.

Was die Story-Umsetzung anbelangte, bewegte ich mich ebenfalls in ziemlich engen Grenzen. Mein Repertoire an stilistischen Raffinessen ließ sich leider nur wenig aufstocken. Ein Schnuppermonat in eine andere Abteilung (News- oder Hardware-Ressort) wäre mir daher willkommen gewesen. Diesen einzufordern erschien mir aber aufgrund der Berge von Arbeit, die in der Download-Abteilung anfielen, als ungerechtfertigt. Meine Unterstützung – so sah ich selbst – wurde dort dringender gebraucht. Gedankt wurde mir mein Engagement damit, das ich im Laufe der Zeit mit immer anspruchsvolleren Aufgaben betreut wurde. Außerdem bekam ich in den letzten beiden Monaten meines Praktikums öfter als erhofft die Möglichkeit, bei der Jagd nach guten News-Vorschlägen ein wenig außerhalb des Download-Reviers zu wildern.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich sowohl beruflich als auch persönlich von meinem Praktikum bei CHIP Online profitiert habe. Ich habe alle meine Hauptziele erreicht, eine Reihe von Kontakten geknüpft und mein Know-how im IT-Bereich hat sich deutlich erhöht. Darüber hinaus weiß ich nun, wo meine Stärken liegen und dass ich vermutlich eher im Boulevard- als im Aufdeckerjournalismus Karriere machen werde. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass sich durch mein langes Praktikum bei CHIP Online die Chancen beträchtlich erhöhen, einmal im Burda-Konzern tätig zu werden.

An dieser Stelle möchte ich auch zur Sprache bringen, dass mir eine Volontärstelle im Handy-App-Bereich angeboten wurde. Die vielen lästigen Update-Pflichten, der hohe Leistungsdruck sowie die vergleichsweise eintönige Arbeit, die dieser Posten mit sich brächte, haben mich jedoch zu einer Absage bewogen. Mir derart großen Stress für eine verhältnismäßig magere Entlohnung aufzubürden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In einem anderen Ressort von CHIP Online, beispielsweise im News-Team, wäre es für mich allerdings denkbar, ein Volontariat zu beginnen. Die Arbeit in diesem Bereich böte mir ausreichend Anreize und Perspektiven, um eine Zukunft bei CHIP Online ins Auge zu fassen. Im Download-Bereich ist das leider nicht der Fall.

Nachfolgend finden Sie einen Link, der Sie zu zahlreichen Arbeitsproben führt, die ich im Rahmen meines Praktikums geschrieben habe:

Arbeitsprobensammlung

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